Mittwoch, 4. Januar 2017

Erinnerungen, Teil-2

oder

Weiße, Gelbe, Rote, Braune und Schwarze und . . . ich, das blasse "Sauer-Kraut".

Sommer 1962 (Seit Mai 1960 in der Firma)
Gruppenfoto Morrisson-Machine-Company
Ich mit Katze auf dem Schoß
                                                                                                 ^ Katze ^
 
                                             ^ ich ^

Nein, von Rassismus merkte man auch bei meiner Arbeitsstelle nichts,
"die" waren einfach nicht vorhanden, auch nicht im Gespräch.

Damals wohnte ich bei Bill (ein Halbindianer) und seiner Frau Hazel in Gardena, California-County

https://en.wikipedia.org/wiki/Gardena,_California

Mein Rassismus-Test: Einladung zur Gartenparty.

Fast alle Arbeitskolleen sagten zu.
Als man später mißtrauisch nachfragte, wer denn da alles "noch" käme und ich durchblicken ließ, daß da auch noch ein sehr dunkler, aber hochintelligenter Freund vom El Camino-College käme, sagten alle (!) Arbeitskollegen freundlich und diskret wieder ab. 

Ich bekam keinerlei Retourkutsche.
Rassismus der unterschwelligen Art halt.


Meine Rückreise von Hamburg nach Los Angeles

Im Herbst 1963 ging es wieder zurück.
Der Sommer war in Norddeutschland kalt und verregnet - ich hielt es einfach nicht mehr in meinem Heimatland aus.
Es wurde wieder eine Schiffspassage.
Da Fliegen war noch immer viel zu teuer und so eine Schiffsreise bietet einem viele Annehmlichkeiten.

21. November 1963

Tagesprogramm auf der T.S.Bremen 1 Tagesreise vor New York
https://de.wikipedia.org/wiki/Bremen_(Schiff,_1939)

                                                           Speisekarte

22. November 1963

https://de.wikipedia.org/wiki/Attentat_auf_John_F._Kennedy
Attentat auf Präsident John F. Kennedy
Präsident Kennedy wurde eschossen am 22. November 1963,
Parkland Memorial Hospital, Dallas, Texas, Vereinigte Staaten

Ab Dezember 1963

Die Firma Morrisson Machine Company war während meines kurzen Deutschland-Aufenthaltes verkauft worden, aber ich fand schnell einen neuen Arbeitgeber in Gardena, LA-County.
Hier wurden immerhin schon zwei nicht ganz so weiße Mitarbeiter beschäftigt,
die in der "Weißen Gesellschaft" eher toleriert wurden.

Ein junger Mexikaner (ich wurde sogar zu seiner Hochzeit
eingeladen) und ein Ingineur (amerikanischer Jude), dem ich beim Schalterbau
für die erste Apollo-Raumfähre assistieren durfte.

Und dann gab es dort auch noch meinen älteren Kollegen,
der allgemein nur "Mister Ed" genannt wurde.
Letzterer brachte mir unabsichtlich bei, daß das,
was ich auf dem El Camino-College in Gardena gelernt hatte,
nicht nur eine Theorie war, und das war so:

Mister Ed war ausschließlich in dem Bereich der Werkzeugmaschinen tätig.
Zur Erleichterung seiner Arbeit hatte er einen alten, speckigen und verschlissenen Drehstuhl zur Verfügung, er war ja schon etwas älter . . .
Eines Montag-Morgens stand ein niegel-nagel-neuer Drehstuhl an seiner Fräsbank.

Aber anstatt sich zu freuen, stellte Mister Ed seine Arbeit ein und verlangte seinen alten Drehstuhl wieder.
Alle Mitarbeiter schüttelten den Kopf.
Ich ahnte erst nach Stunden, daß mein Dozent Mr. Lyle Tussing
am El-Camino-Colege genau diese Situation meinte:
Fast jeder Mensch möchte bei *jeglichen* Veränderungen, die sein Arbeitgeber vornimmt, *vorher* gefragt und in die Entscheidungen einbezogen werden.

Siehe "Tussing, Industrial Psychology"

August 1965

https://de.wikipedia.org/wiki/Watts-Aufruhr

Zu der Zeit wohnte ich in Torrance (LA-County, California),
--> https://en.wikipedia.org/wiki/Torrance,_California

rund 20 Kilometer von Watts entfernt.
Aufstand der schwarzen Bevölkerung in Watts (Los Angeles)
Watts-Aufruhr – Wikipediade.wikipedia.org › wiki › Watts-Aufruhr
In der Nacht hörte ich den Polizei- und Feuerwehr-Funk
(am Randes des FM/UKW-Radio Frequenzbandes) ab.

Das besondere Erlebnis in einem "Deutschen Kino"
in Downtown Los Angeles.
Es lief ein Heimweh-Film mit Freddy Quinn.
Die vorderen Sitzreihen waren schwach besetzt.
Dann kam eine große Lücke und die hinteren Sitzreihen
waren etwa stärker belegt.
Und mitten drin in dieser großen Lücke saß ein Schwarz-Afrikaner.
Für das warme Los Angeles war dieser Herr ungewöhnlich europäisch gekleidet:

Weißes Hemd, Krawatte, dunkel blauer Nadelstreifen-Anzug
und eine Goldrandbrille auf der Nase.
Ich setzte mich demonstrativ in die selbe Reihe,
hielt aber einen angemessenen seitlichen Abstand zu ihm ein,
damit er sich nicht bedrängt fühlen konnte.

Siehe auch:
PSYCHISCHE GESUNDHEIT
"Bitte Abstand halten: Die 4 Distanzzonen des Menschen"

https://www.gesundheitstrends.com/a/schlaf-und-psyche/bitte-abstand-halten-14695

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